Robert Aldrich

by admin @, Saturday, January 21, 2023, 19:42 (402 days ago) @ admin

Etliche Romane und Erzählungen Woolrichs wurden verfilmt, wobei die wenigsten allerdings der literarischen Vorlage gerecht wurden. Um so erfreulicher ist es, daß es auch Filme gibt, die, obwohl sie eine geistige Urheberschaft Woolrichs nicht für sich in Anspruch nehmen können, in Handlung, Darstellung und Dramaturgie doch ziemlich nahe an die albtraumhaft-klaustrophobe Welt, wie sie Woolrichs Kopf entsprang, heranreichen. Etwa die beiden Filme, die Robert Aldrich Anfang der 60er Jahre gedreht hat:

- Whatever Happened To Baby Jane (1962)
- Hush, Hush, Sweet Charlotte (1964)

Woolrich, der '68 verstarb, haben sie vermutlich gefallen, so er sie denn gesehen hat, wovon ich einmal ausgehe. Es waren zugleich die beiden besten Filme, die Bette Davis je gedreht hat, und das zu einem Zeitpunkt, als ihre Karriere de facto schon zu Ende war. Die literarischen Vorlagen lieferte ein gewisser Henry Farrell, den als Schriftsteller heute kaum mehr einer kennt, da seine schriftstellerischen Qualitäten eher bescheidener Natur waren, womit wieder einmal bewiesen wäre, daß eine müde literarische Vorlage, nicht automatisch einen schlechten Film ergeben muß (es gibt ja auch noch das Drehbuch, für das im Übrigen das Gleiche gilt). Im Umkehrschluß bedeutet dies, daß eine hervorragende literarische Vorlage (bei gleichzeitig tollem Drehbuch) nicht automatisch auch einen guten Film erzeugt.
Regisseure wie Aldrich oder Hitchcock sind von solchen Überlegungen freilich kaum betroffen, da beide auf dem Zenit ihres Wirkens sowohl mit gutem, als auch mit schlechten Drehbüchern, stets Anständiges produziert haben.
Apropos: In beiden Fällen zeichnet ein gewisser Lukas Heller (in Koproduktion mit Farrell) für das Drehbuch verantwortlich. Inwieweit die Beiden für den nachhaltigen Erfolg beider Filme in Frage kommen, sei einmal dahigestellt ...


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